Grand Magus, Bullet, Steelwing, Skullfist und Vanderbuyst – Essen, Turock, 14.01.2012
Geschrieben von: Heiner Steinbrink
Samstag, 14. Januar 2012 um 20:00 Uhr
Der Abend versprach schon im Vorfeld Großes: Das Konzert war seit Tagen ausverkauft. Dennoch versuchten viele Metaller noch an der Abendkasse eine Karte zu ergattern (erfolglos) oder von den Konzertbesuchern eine überzählige Karte zu bekommen (ebenfalls erfolglos). Entsprechend lang war auch die Schlange vor dem Essener Turock.
Einen Wehrmutstropfen - es sollte der erste und letzte des Abends sein - gab es zu Beginn. Durch die Nichtraucherschutzbestimmungen musste jeder Besucher einen Mitgliedsausweis für das Turock „beantragen“. Das dauerte leider ewig und hinderte viele Zuschauer daran, die erste Band des Abends in voller Länge zu genießen.
So kam man nur noch in den Genuss der letzten Songs der Niederländer Vanderbuyst. Das Turock war bis auf den allerletzten Platz gefüllt, das Publikum feierte bereits ausgelassen die geschmackvollen Kompositionen der Marke „Tracy Lord“. Eine halbe Stunde Spielzeit ist für die Truppe in jedem Fall zu kurz. Das Thin Lizzy Cover „Don´t believe a Word“ kam amtlich und blieb hängen. Gerne mehr davon!
Skullfist durfte ich mir schon im Osnabrücker Bastard Club begucken. Das neue Line Up ohne die ursprüngliche Drummerin Alison Thunderland wirkt insgesamt routinierter als noch vor einem Jahr. Und die letzte Platte „Head Öf the Pack“ macht unglaublichen Spaß. Entsprechend hoch war die Hitdichte der Kanadier: „Commit to Rock“, „Ride the Beast“ und natürlich „No False Metal“ und „Heavier Than Metal“ brachte das Turock zum brodeln. Die schönste Ansage des Abends konnte ebenfalls von Skullfist verbucht werden. „The next song is for all the ladies... Get Fisted!“.
Steelwing bekam ich nach der schweißtreibenden „Arbeit“ bei Skullfist nur am Rande mit. Nicht das die Band schlecht wäre – hin und wieder muss jedoch auch ein Bier getrunken und über NWoBHM Bands gefachsimpelt werden. Was ich vom Auftritt mitbekam war dennoch sehr gut, wenn auch im Vergleich zu Skullfist und den nachfolgenden Bands nicht so packend.
Kaum war die Umbaupause beendet, zog der Bierkonsum und Schweißausstoß im Plenum deutlich an. Die schwedischen Highway Piraten von Bullet trieben das Essener Publikum von Beginn an zu Höchstleistungen an. In das bärenstarke Set stiegen Sie direkt mit „Highway Pirates“, dem Titeltrack ihres letzten Albums ein. Auch nach mehrmaligen Besuchen von Bullet Konzerten lässt sich als geneigter Hörer feststellen: Keine Abnutzungserscheinung feststellbar. Das Publikum dankte der Band ihre Spielfreude eifrig mit Mitsingchören und ausgelassener Stimmung. „Bite the Bullet“ machte am Ende den Sack zu.
Grand Magus haben mit „Hammer of the North“ das beste Metal-Album des Jahres 2010 abgeliefert. Dennoch bedarf es nach den hauptsächlichen partykompatiblen Vorbands einiger Umstellung um sich auf die zentnerschweren Riffs des Trios einzustellen. „Kingslayer“, „I Jury“ und „Wolf´s Return“ forderten die Stimmbänder im Zuschauerraum. Insbesondere „Hammer of the North“ sorgt für einen Gänsehautmoment, indem das Turock gefühlte 15 Minuten lang die getragene Melodie mitintoniert. Fantastische Band, fantastisches Publikum!
Das Fazit eines Konzertbesuchs kann im Grunde nicht besser ausfallen. Alle Bands haben Laune gemacht und 100 % Leisung und Spielfreude abgeliefert. Merchandise und Bierpreise waren für ein Konzert der Größe in Ordnung, der Ticketpreis mehr als gerechtfertigt. Gerne noch einmal!