|
Defenders Of The Faith Tour 2011 |
|
|
|
|
Geschrieben von: Tobias Libeks
|
|
Freitag, 25. November 2011 um 00:00 Uhr |
IN FLAMES & special guests: TRIVIUM, GHOST, RISE TO REMAIN, INSENSE
Fünf Metal Bands erster Klasse geben sich auf fünf Deutschland Konzerten im November die Ehre. Ludwigsburg, Offenbach, München, Oberhausen und Hamburg.
Wir sind in Oberhausen live vor Ort!
Man könnte es fast als Winter Festival 2011 bezeichnen. Wenn sich fünf Bands der ersten Metal Liga die Klinke in die Hand geben und den Startschuss auf 18.30Uhr legen, fühle zumindest ich mich an den Festivalsommer 2011 erinnert.
Dass ich mit diesem Gedanken nicht gänzlich allein bin, zeigen die vielen Konzertbesucher mit Festival T-Shirts der gerade beendeten Festivalsaison.
Dem Tourplakat entsprechend beginnen um 18.30 Uhr die norwegischen deathcore Thrascher von Insense. Zu dieser Zeit beende ich gerade das Interview mit Frontman Anders Fridén von In Flames und mache mich Richtung Tourbus von Trivium auf, wo mich Corey Beaulieu (Gitarre) erwartet.
Absolut glücklich – mit sehr geilem und exklusivem Interviewmaterial im Gepäck – schaffe ich es rechtzeitig zu meiner persönlichen Neuentdeckung des Jahres. Rise To Remain (2006) sind heute im Durchschnitt gerade mal 20 Jahre alt, haben ihr Debutalbum City of Vultures erst im September `11 veröffentlicht und spielen trotzdem schon mit hochrangigen und etablierten Metalgrößen á la Trivium, In Flames, As I Lay Dying, Hatebreed und Iron Maiden auf einer Bühne sowie auf diversen großen Festivals.
Mit The Serpent zeigen die fünf Briten um Frontman Austin Dickinson gleich zu Anfang wie man guten Metalcore macht. Auch die restlichen Songs heizen dem Publikum gut ein und bringen die Turbine zum Schwitzen. Mit Power Through Fear, City of Vultures, Nothing Left und Bridges Will Burn liefern Rise To Remain eine super Show ab und hinterlassen bei vielen Konzertbesuchern eine gute Visitenkarte. Dass mein Eindruck einer jungen, frischen und sympathischen Band nicht falsch ist, beweist später die halbe Band, die ich während der Show von Trivium im Publikum wieder finde. Auch Sänger Austin, Sohn von Bruce Dickinson (Iron Maiden) unterstreicht diesen Eindruck bei kurzem Smalltalk in der Garderobe zwischen Tür und Angel.
Mit Capsizing The Sea kündigt sich der erste „Headliner“ des Abends an.
Nacheinander betreten Matthew Heafy (Gesang, Gitarre), Corey Beaulieu (Gitarre, Shouts), Paolo Gregoletto (Bass, Backvocals) und Nick Augusto (Drums) die Bühne. Brutal und voller Inbrunst eröffnet Matt mit den Worten In Waves das Set von Trivium.
Großes Kino – denn die Band beweist mit jedem weiteren Song ihr Talent fürs Songwriting und zeigt was für Virtuosen sie an ihren Instrumenten sind. Kein Wunder, bedenkt man, dass es kein geringerer als Guitar-Hero Slash mit Guns'n Roses war, der Coreys Interesse am Gitarre spielen weckte und die legendären Thrash Ikonen von Metallica ihr übrigens am Handwerk von Corey bei steuerten.
Mit In Waves im Gepäck präsentieren die vier amerikanischen Thrashmetaler aus Florida ihr fünftes Studioalbum, welches erstmalig mit dem neuen Schlagzeuger Nick Augusto aufgenommen wurde. Für die Band selbst ist es die perfekte Symbiose aus Musik, Artwork und Kunst, weshalb es für die Band ihr bis Dato bestes Album ist.
Und davon enthalten sie dem Publikum nichts vor. Von insgesamt elf Songs sind mit In Waves, Built To Fall, Caustic Are The Ties That Bind, Dusk Dismantled und Black fünf Songs vom neuen Album vertreten. Natürlich fehlen Klassiker wie A Gunshot to the Head of Trepidation oder Pull Harder on the Strings of Your Martyr nicht im Set. Da kommt jetzt schon Vorfreude auf den anstehenden Festivalsommer auf - denn Trivium werden 2012 zum 4. Mal den Ring rocken!
Nach kurzer Umbaupause steigt die Spannung und Freude auf die finale Band des Abends.
Die Luft ist zum Schneiden, das Publikum drückt sich wie eine Welle von links nach rechts und endlich ertönt das Intro. In Flames betritt die Bühne und wird lautstark begrüßt.
Die fünf Schweden promoten auf der Defenders Of The Faith Tour ihr aktuelles Album Sounds Of Playground Fading- und genauso beginnt ihr 20 Song starkes Set auch.
Gleich drei Songs vom neuen Album, gepaart mit einer gigantischen Lichtshow, heizen dem Publikum ein. Die Band ist gut drauf, kein Wunder bei der Energie, die vom Publikum in Richtung Bühne ausgeht. Jeder Song wird von der prall gefüllten Halle mitgesungen und abgefeiert. Die Songs sind bedacht ausgesucht- was keine einfache Sache bei aktuell 10 Alben sein sollte. Doch im Gespräch mit dem äußerst ruhigen und charismatischen Sänger Anders stellt sich heraus, dass es nur vermeintlich Schwer aussieht, denn die Band wisse was die Fans draußen erwarten und hören wollen.
Immer wieder betont er wie wichtig im Vorfeld Gedanken über eine Lichtshow seien. Und er verspricht nicht zu viel, denn die Lichtshow hat es tatsächlich in sich.
Optimal zu jedem Song abgestimmt ist diese maßgeblich an der losgelösten Stimmung in der Turbinenhalle beteiligt und macht den Unterschied zu den vorherigen Shows deutlich.
Den Rest erledigen dann Hitgaranten wie Alias, Come Clarity, Only For The Weak oder The Mirrors Truth.
Ein unvergesslicher Abend oder würdiger Abschluss der „Festivalsaison 2011“, denn selbst der Sound in der Turbinenhalle war zum Teil so matschig und undifferenziert, wie man es von manch einem Festival kennt. Wir freuen uns auf 2012, wo man die ein oder andere Band auf dem ein oder anderen Open Air wieder sehen wird! Rock 'n' Roll, baby!
Alle Fotos von "Defenders Of The Faith" (Oberhausen) |