Party.San 2018 PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Martin   
Sonntag, 12. August 2018 um 00:00 Uhr

partysan big
09. – 11. August  2018
Schlotheim, Flugplatz Obermehler
 
Das wohl bekannteste Extreme Metal Festival!

 deserted fear
 
Was soll man schreiben, aus der Sicht von Fans, die zum 6. Mal in Folge nun in Obermehler/Schlotheim beim Party-San waren?

Alles beim „Alten“…! Im positivsten Sinne stimmt das auch dieses Jahr.

Selbst 48 Stunden nachdem wir wieder zu Hause sind, fällt es uns nicht leicht alle Erinnerungen zu sortieren, es waren einfach zu viele Erlebnisse, Eindrücke, Gespräche, musikalische Highlights und natürlich Alkohol in nicht geringen Mengen.

Wir möchten Euch das Festival einfach aus unserer Sicht schildern.

Die Anreise am Donnerstag aus dem Münsterland verlief ohne Probleme. Ticket, Camp, Einlass, Aufbau, usw. klappte wie in den letzten Jahren auch wieder reibungslos. Kein langes Warten oder anstehen, das Personal hatte wirklich alles im Griff.

Das Lob gilt übrigens dem gesamten Team vom Party-San.

Doch nun zum Wichtigsten: den Bands.

Los ging es (für uns) mit GRUESOME aus Florida, die Damen und Herren haben sich auf alle Fälle Chuck Schuldinger‘s Death auf die Fahne geschrieben und spielten den guten „alten“ Death-Metal der ersten 3. Alben.  Aus einer Death Tribute Band ist eine wirklich gute und inzwischen auch eigenständige Band mit gutem Songmaterial und starker Liverperformance geworden ist.


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Die Black-Deather UNANIMATED aus Schweden konnten mit der Spielfreude von GRUESOME leide rnicht ganz mithalten. Daher zog es uns frühzeitig ins Zelt. Dort walzten GRIM VAN DOOM kurzerhand mit ihrem groovenden Sludge alles platt. Ein starker Auftritt der Herren aus Wuppertal.

Auf der Hauptbühne machten sich nun DEAD CONGREGATION bereit. Die Griechen lieferten packenden Death Metal, aber sie mussten sich die Aufmerksamkeit des Publikums bereits mit den in rasanter Geschwindigkeit aufziehenden Wolken teilen.

Auf dem Weg ins Camp hörten wir die Durchsage, dass das Festivalgelände geräumt werden muss. Innerhalb von Minuten zog eine Sturmfront über das gesamte Gelände und Riss alles nieder, Pavillons und Zelte wirbelten durch die Luft und wir retteten uns in die Autos.

Aus Gesprächen und Bildern hab ich dann später erfahren, dass es einige doch sehr schwer getroffen hatte. Gott sei Dank gab es keine schweren Verletzungen, zumindest ist uns bis zum jetzigen Zeitpunkt nichts zu Ohren gekommen. Einige Händler hat es hingegen hart getroffen, Zelte und jede Menge Ware ist dem Sturm zum Opfer gefallen. 

So schnell wie der Sturm aufzog war der Spuk dann auch wieder vorbei. Das Wetter war für die weiteren Tage sogar besser als in den nasskalten Jahren zuvor.

Zum späteren Zeitpunkt, mit leicht veränderten Spielzeiten, ging es auf der Hauptbühne auch weiter im Programm.
Bei den Briten ANAAL NATHRAKH war dann allerdings noch etwas Sand im Getriebe der Extrem Metal Maschine. Doch weder Band noch Publikum liessen sich den Spass von den Soundproblemen verderben.

Bei TOXIC HOLOCAUST lief dann alles rund, besonders im Moshpit. Hier gab es vermutlich mehr Schrammen und kleinere Blessuren als während des Sturms. Ein starker Auftritt!

EMPEROR tauschten kurzerhand mit MASTER'S HAMMER den Slot, um so in etwa zur geplanten Zeit spielen zu können.
Die Norweger konnten voll überzeugen. Hier braucht es keine Deko, keine Schminke oder sonstige Gimmicks. Hier sitzt jeder Ton. So macht Black Metal auch den Deathmetallern unter uns Spass.

Für viele Gäste war damit der ereignisreiche Tag auch beendet. Schade, denn die stark verspätet startenden MASTER'S HAMMER konnten mit ihrem Melodien durchzogenen Black-Metal auf ganzer Linie überzeugen. Danach war dann aber auch für uns Feierabend...

Der Freitag Morgen wurde wie jeden Tag mit den lauten Schüssen der beiden Kanonen links und rechts neben der Bühne eröffnet.

Ebenso wurde die Tradition beibehalten das Festival mit einer Brise Grind zu starten. Zu GUINEAPIG flog wieder reichlich Gemüse durch den Moshpit. Der Spassfaktor war hier gewalltig. Dieser bunte Fleck am Freitag Morgen ist einfach nicht mehr vom Party-San wegzudenken.

Danach wurde es aber wieder Tiefschwarz. THE COMMITTEE sorgten mit ihrem vor Hass strotzendem Black-Metal ebenfalls für Begeisterung zur frühen Stunde.

Bei den Franzosen von BENIGHTED gerieten die Massen wieder in Bewegung. Die Energie der Franzosen treibt einen gewaltigen Moshpit vor der Bühne an. Danach mussten wir erst mal wieder zu Atem kommen.

Etwas später ging es weiter mit RAM - Heavy-Metal mit 3. Buchstaben aus Schweden.

In dieser Qualität dürften auch gern mehr traditionelle Metal Bands auf dem Party-San spielen und das Programm würde so sicherlich etwas aufgelockert werden, aber das ist natürlich alles Geschmackssache.

Der nach Judas Priest klingende Sound wurde auf jeden Fall sehr gut angenommen, denn es war richtig voll vor der Bühne und Tausende gestreckte Fäuste gingen steil Richtung Himmel.

THE BLACK DAHLIA MURDER waren sowas wie die „Modernste“ Truppe im LineUp.  Die Mischung aus Metalcore, Death- und Thrash-Metal mit Kreisch/Grunz Gesang schüttelte uns zumindest die letzte Müdigkeit aus den Knochen.

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Um den Motor wieder auf Betriebstemperatur zu bringen, verjubelten wir einige Euros am Brutz&Brakel Stand, um dann fit für die Show von DESERTED FEAR zu sein. Die Thüringer hatten ja sowas wie Heimvorteil und es wurde brechend voll. Es ist schon beeindruckend was die Jungs sich für eine Fanbase in den letzten Jahren erarbeitet haben.

Der leicht an Schwedentod orientierte Death-Metal ging auch runter wie Öl.

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 Ähnlich verlief es auch wieder bei den Getränken. Aber der Tag ist noch lang, daher erst mal einen Gang runter schalter.

EXHORDER hingegen gaben gleich von der ersten Sekunde an Vollgas. Die Thrasher aus New Orleans brachten gewaltig Bewegung ins Infield. Die Wegbereiter des 90er Groove-Metal um Frontmann Kyle Thomas hatten sichtlich Spass und man konnte sich nach einem solchen Auftritt nur wünschen, dass die Herren nach fast 30 Jahren endlich mit den Aufnahmen für eine neues Album beginnen.

Weiter ging es mit UNLEASHED, die Old-School Death-Metal Truppe hatten wir gefühlte 20. Jahre nicht mehr live erlebt.
Die Herren aus Stockholm haben im Laufe ihrer 30 jährigen Karriere an ihren Wurzeln festgehalten und einen ziemlich guten Gig auf die Bretter gelegt. Hier hätten wir gern noch mehr gehört!

DYING FETUS hatten sichtlich viele Freunde in Obermehler. Der brachiale US-Death kommt hier einfach immer wieder gut an. Wie bereits 2016 lieferte der Fötus amtlich ab und ließ glückliche und ausgepowerte Fans zurück.

Die benötigte Ruhepause gab es dann auch, denn nach einer ähm.. etwas längeren Umbaupause, waren die Black-Metal Meister VENOM an der Reihe. Die Band, auf die einige von uns sich am meisten gefreut hatten. In der Ankündigung hieß es zudem auch "Special Set".

Los ging es mit dem Song Black-Metal, was so euphorisch abgefeiert wurde, dass man dachte sie spielen das gleichnamige Album komplett.

Dem war aber nicht so. Nachdem Chronos sein „Rockstar“-Gehabe, (was wirklich niemand braucht) hinter sich hatte, erklärte er erst mal,  dass der Schlagzeuger, der Roadie sei, weil (Danny „Danté“ Needham) verletzungsbedingt nicht spielen konnte. Es kam ein Best Of Programm mit viel Show, Feuerwerk und Pyrotechnik was von der Songauswahl Quer durch die Geschichte von VENOM ging. Man hatte aber das Gefühl die Songs wurden lustlos herunter gespielt. Es fehlten ein wenig der „Dreck“ und die Geschwindigkeit.

Der Auftritt war gut, aber wir haben Venom auch schon besser erlebt!

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Der weitere Verlauf des Abends verliert sich im Bierdunst des Partyzelts...

Samstag war nun erst mal Rausch ausschlafen angesagt. Es musste viel Kaffee in den Körper und dennoch fehlte ein bisschen der „Kickstart“, aus Vernunft wollten wir heute auch den Alkohol etwas runterfahren.

Den spanischen GRAVEYARD, so wie vielen anderen Bands, lauschten wir einfach vom Camp aus. Wir hatten ja den Vorteil im V.I.P. – Campingbereich mittig zu stehen und durch die vom Sturm verursachte Lücke in der Händlermeile, freie Sicht auf die Hauptbühne zu haben
Der Sound im Klappstuhl war so gut, das wir alles mitbekommen haben. Ob wir wollten oder nicht!

An HARAKIRI FOR THE SKY scheiden sich ja bisweilen die Geister, aber zumindest Teile unseres Camps waren schwer begeistert und hatten hier wohl ihren musikalischen Höhepunkt des Samstag gefunden.

Da wir ja eher von der Deathmetal-Truppe sind und unser Bedarf an Blackmetal schon gedeckt war haben wir uns CARPTHAIN FORREST geschenkt.

Zu EXCITER hat es uns dann doch wieder direkt vor die Bühne gezogen. Kanadas dienstälteste Speed-Metal Band wollten wir uns dann doch aus nächster Nähe ansehen. Mit Violence and Force, Long Live The Loud, Heavy Metal Maniac und vielen anderen Klassikern wurden wir auch nicht enttäuscht. Alle Daumen hoch!

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SADISTIC INTENT klangen aus der Ferne richtig gut, schade das wir die Truppe nicht so wirklich auf den Zettel hatten. Bei nächster Gelegenheit werden wir uns die Death-Thrasher sicher genauer ansehen.

PESTILENCE aus den Niederlanden feiern derzeit sowas wie ihren zweiten Frühling und lieferten einen guten Auftritt ab. Anfang der 90iger waren sie mit Sinister und Asphyx das Aushängeschild des Holländischen Death-Metal.

TRIBULATION waren dann im diesen Jahr die sogenannte „Mädchenband“, was nicht abwertend klingen soll - ganz im Gegenteil: ihren Sound aus düster-melancholischem Dark-Metal gefiel dem Großteil der Anwesenden richtig gut. Und wer Hits wie „Lady Death“ hat kann gar nicht schlecht sein.

Auf die 'Mexikaner' BRUJERIA hatten wir uns besonders gefreut. Einer Hammershow der maskierten Gang, die dieses Jahr einen leicht britischen Eindruck machten ;) 

TANKARD aus Frankfurt, die ollen Recken um Gerre, hatten nun leichtes Spiel, als Co-Headliner ballert man einfach ein Thrash-Packet der letzten 40. Jahren runter, ist dabei super sympathisch und freut sich über die erste Pyro-Show. Und schon feiert das ganze Party-San mit rund 10000 Besuchern die Hessen nach allen Regeln der Kunst ab.

WATAIN sollten und waren dann der absolute Höhepunkt zum Abschluss des Festivals, das mal wieder in allen Punkten glänzend von Statten ging.
Eine würdige, sehenswerte Headliner-Show hatten die Black-Metaller aus Uppsala, Schweden abgeliefert.

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Die Highlights der Zeltbühne seien hier im Schnelldurchlauf auch noch erwähnt:

Überzeugen konnten uns EVIL WARRIORS, ENDSEEKER, THE SPIRIT, BLOOD INCANTATION, HIEROPHANT, OBSENITY, POSSESION und natürlich die bereits oben erwähnten GRIM VAN DOOM.

Wir freuen uns schon jetzt auf 2019, wenn es wieder heißt „Hell Is Here“

Auf unserer Homepage und in den Sendungen bekommt Ihr wie immer alle Infos.

Auf dem Party-San feierten

Martin Brumley

Christian Voß

 

backstage

 

 

 

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