Party.San 2017 PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Martin, Christian   
Sonntag, 13. August 2017 um 00:00 Uhr

partysan big
10. – 12. August  2017
Schlotheim, Flugplatz Obermehler
 
Das wohl bekannteste Extreme Metal Festival!

 
Eigentlich hatten wir vor diesen Bericht bereits direkt am ersten grausamen Montag nach dem PartySan zu verfassen, aber die inneren Dämonen haderten noch mit uns.
Um ehrlich zu sein war auch noch ein wenig Wehmut dabei, da man jetzt wieder ein Jahr bis zum nächsten PartySan warten muss.
Obwohl das Wetter, ähnlich wie beim letzten Mal, ein wenig durchwachsen (oder auch in weiten Teilen besch...) war, war es uns wieder ein Fest dabei gewesen zu sein. Man informierte sich ja bereits Tage zuvor im Netz, um Ordentlich vorbereitet zu sein. Der Wetterbericht trübte die Vorfreude aber keines Weges! Also nicht lange Schnacken, Kopf im Nacken und Attacke.

Nach der Anreise folgte das häusliche Einrichten auf dem Campground. Direkt danach ging es auch schon im Stechschritt zu NIGHT DEMON. Den diesjährigen Opener wollten wir keinesfalls verpassen. Die Kalifornier sind Live mal wieder sensationell und zum ansonsten doch deutlich extremerem Programm eine willkommende Abwechslung! Von mir aus könnte Täglich eine „Old School Heavy Metal“ Band spielen. Auch wenn wir hier auf einem der härtesten Metal-Festivals sind, zumindest in dieser Größenordnung.
 
Im Anschluss läuft es wie gewont ab, man trifft hunderte von Freunden und Bekannten und das PartySan macht seinem Namen als Familientreffen der Extremen Art wieder einmal alle Ehre.
Vor Vorfreude und Hummeln im Allerwertesten, werden bei jeder Begrüßung auch diverse Kaltgetränke konsumiert. Auch das gehört hier zum guten Ton und zählt schliesslich nach dem Metal zu unseren liebsten Hobbies. Aus guter Bierdistanz hört man dann AZARATH, die zwar duschaus gefallen, aber man kann ja kaum bei jeder Band in der ersten Reihe abgehen, selbst wenn man wollte.
Nach AZARATH geht es auch schon im Party-/Bierzelt auf der "kleinen" Bühne los. Die Niederländer LUCIFERICON liefern mit ihrem angeschwärzten Deathmetal einen starken Auftrit ab und zeigen einmal mehr, daß man sich nicht nur zum Bier holen auf den Weg ins Partyzelt machen sollte. Im fliegenden Wechsel geht es auf der großen Bühne weiter mit den Isländischen Blackmetallern MISTHYRMING. Anders als man es meist von isländischen Bands gewohnt ist, geht es hier agressiv zur Sache. Das gefällt der PartySan-Meute und auch uns. Von den jungen Isländern kann man in Zukunft sicherlich noch einges erwarten.

God Dethroned 01Deutlich älteren Semsters sind GOD DETHRONED, die wiedererstarkten Niederländer mit ihrem unheimlich druckvollen Death-Metal sorgten für ordentlich Bewegung vor der Bühne.  Wärend der Zugab
e ging es dann schon wieder auf ins Zelt. Die nagelneue schwedische Allstar-Combo THE LURKING FEAR mit bekannten Gesichtern von At the Gates, The Haunted, Bombs of Hades, God Macabre u.a. wollten wir schliesslich nicht verpassen. Wir wurden wahrlich nicht entäuscht! Oldschoolig aber auch routiniert ging es mächtig zur Sache. Ein begeistertes Punlikum im Zelt war der verdiente Lohn dieses großartigen Amtsantritts beim PartySan.
 
 
 
Bei MANTAR setzt dann auch zum ersten Mal der Regen ein. Nach MANTARS unglaublich atmospharischem Zeltauftritt vor zwei jahren lag die Messlatte für die Zweimann-Combo sehr hoch. Und trotz eines starken Auftritts mit starkem Sound wirkten die Bremer doch ein wenig verloren auf der großen Bühne.
Obwohl die Atmosphäre bei DARKENED NOCTURN SLAUGHTERCULT, um die Frontfrau im weißen Gespenster Outfit, mit der Lichtshow und einsetzenden Dunkelheit nett anzusehen war, zog es uns nun dennoch ins trockene Presse-Zelt. DAWN OF DISEASE spielten dann zum glück auf der trockenen Zeltbühne. Es lag aber sicher nicht nur am Regen, daß die Herren aus unserer Radioheimat Osnabrück vor proppenvollem Zelt loslegen konnten. Die Band nutzte die Chance und lieferte eine ebenso druckvolle wie präzise Show ab. Mit ihrem neuen Album im Gepäck haben DAWN OF DESEASE eindrucksvoll bewiesen, daß sie momentan völlig zurecht zu den erfolgreichsten deutschen Deathmetallern gehören. (Immerhin schaffte es ihre aktuelle Platte  "Ascension Gate" auf Platz 46 der deutschen Albumcharts.)
 
Nun war eOverkill 01rst mal etwas Erholung nötig, so daß wir URFAUST leider verpasst haben.
Wir hofften, daß der Regen pünktlich zu OVERKILL eine Pause einlegen würde. Die Regengötter hatten auch ein Einsehen und gaben sich mit Blitz auf der Bühne zufrieden und setzten den Regen aus. Auch wenn wir die New Yorker gefühlt schon 100-mal gesehen habe, Live sind Sie im Thrash Sektor unschlagbar! Overkill spielten ihre größten Hits & Klassiker und hatten das Party-San Publikum fest im Griff.
ABBATH würde es nun wohl schwer haben die Stimmung noch zu toppen, auch wenn der ehemalige Immortel Recke bekannt ist wie ein bunter Hund. Wir werden es hier nicht erfahren. Zum einen setzte der Regen wieder ein und zum Anderen bevorzugte es ein Teil des Teams nach einigen Getränken beim Brutz & Brakel Stand, sich in die Waagerechte zu legen und die andere Hälfte quatschte sich im V.I.P.-Bereich fest und bereitet sich mit ausreichend Bier schon mal auf die Zeltparty vor. Besonders lobend erwähnt sei hier übrigens Jarvis von NIGHT DEAMON, der nach den letzten Klängen aus dem Partyzelt noch auf dem Campingplatz auf der Suche nach Bier anzutreffen war. Hier bewies der Basser der Opener, daß es tatsächlich noch Bands gibt, die dem Motto folgen: Wer früher Spielt kann länger Saufen!

Am nächsten Morgen, fühlte es sich an als hätte uns eine Kolonne LKW überfahren… nach einigen Konterbieren, Kaffee und Solidem Frühstück, waren wir aber wieder Einsatzfähig.
GUT, eröffneten die Hauptbühne Punkt Zwölf Uhr, nachdem man freundlicherweise den Rest der Besucher mit zwei lauten „Guten Morgen Schüssen“ aus der Flack geweckt hatte.
Es hat ja mittlerweile Tradition, daß eine Gore Band den zweiten Tag eröffnet. Sämtliche Schwimmutensilien, Klobürsten, Porree und sonstige Puschel wedeln durch die Luft während man dazu im Kreis läuft und Konfetti wirft. Hier ist das Radioteam nicht auf einen Nenner zu bringen. Martin schüttelt verständislos den Kopf und Christian wippt grinsend mit selbigen im Takt mit.
DEMILICH fielen leider einem zweiten Bierfrühstück zum Opfer...
Demolition Hammer 1
Schließlich wollten wir fit sein für DEMOLITION HAMMER. Die irre netten Typen aus Brooklyn & der Bronx, die nach eigener Aussage nun ihre Kinder groß haben und wieder Zeit für die Band gefunden haben, erleben momentan mit ihren dreckigen Thrash-Metal den zweiten Frühling. Wenn ihr uns fragt, so hat das zu Klingen! Definitiv eines der Highlights des noch jungen Tages.
Wenig später gaben sich mit VITAL REMAINS die nächsten Amis die Ehre. Nun gab es lupenreinen Deathmetal, der gewohnt brutal und gekonnt vorgetragen wurde. Die Masse an fliegenden Haaren vor der Bühne waren der Lohn!
Bis AURA NOIR hatten wir nun einen kleinen Durchhänger. Oder anders formuliert, wir mussten für unsere jeweiligen persönlichen Highlights mit den Kräften haushalten. Ein Freund kommentierte AURA NOIR wie folgt: "Die Norweger klingen ja wie eine Mischung aus alten Motörhead, Venom und Sodom“. Treffender hätte man das nicht ausdrücken können.
Leider fing es nun wieder an zu Regen. Aus dem unterstellen im Pressebereich wurde ein Versacken am Bierstand, so daß wir Vader fast verpasst haben. Die letzten zwei Songs, die wir dann noch mitbekommen habe liessen erahnen, was wir soeben verpasst hatten. Vader sind live einfach Bank auf die man sich immer verlassen kann.
Den aus Ostfriesland stammenden Melodic-Death-Doomern NAILED TO OBSCURITY konnte der Regen nur recht sein. Vor der Zeltbühne war es vom ersten Song an mehr als gut gefüllt. Die Band nutzte die Gelgenheit und bot einen starken Gig, der heute den perfekten Soundtrack zu den Weltuntergangs-Wetterverhältnisse bot.
Noch deutlich langsamer ging es dann bei CANDLEMASS zur Sache.  Die Schweden waren eine absolute Macht und boten Doom-Klassiker ohne Ende. Das alles bei perfektem Sound und epischer Stimmung auf dem extrem gut besuchten Gelände. Leif Edling und co. bewiesen einmal mehr, dass CANDLEMASS auch ohne ihren alten Sänger und Lockenkopf Messiah Marcolin funktionieren.
Beim Freitags-Headliner ging es dann ungleich brutaler zur Sache. AUTOPSY machen keine Gefangenen und ballern einem so unverholen und direkt ihre kantigen Riffs entgegen, daß es schon fast an die Schmerzgrenze geht. Aber genau das macht die Faszination dieser Band aus. Ein mehr als würdiger Headliner eines trotz Regen grandiosen zweiten Tages!
 
 
Pünktlich wie die Maurer und mit einem saufetten Sound ausgestattet erröffneten GRUESOME STUFF RELISH den Tanztee am Mittag. Der hervorragende Sound zog sich diese Jahr im Grunde durch das gesamte Festival, zumindest bei nahezu allen Bands, die wir gesehene oder besser gesagt gehört haben!
Necrophobic 1CRYPTOPSY dürften mittlerweile jedem Fan hartem und technischen Geballers ein Begriff sein und so war es an der Zeit, daß die kanadische Ausnahmecombo nach der letztjährigen Tour ihre Livequalitäten mal wieder auf dem PartySan unter Beweis stellt. Wir wurden warlich nicht entäuscht! Das es diesesmal das gesmat 96er-Album None So Vile auf die Ohren gab, kam besonders gut an.
NECROHOBIC, Wütend und bereit, dieser verkommenen Welt den Garaus zu machen. So verliert man auch keine Zeit und geht dem Hauptverantwortlichen schon im Intro Symbolisch an den Kragen. Alte Traditionen wollen schließlich gepflegt werden. Doch das ist nur der Auftakt für den nun folgenden 45minütigen eisiger Sturm aus Black/Death-Metal.
INSOMNIUM, bekamen in diesem Jahr den Part der "mädchenfreundlichen" Band des Festivals, und das meinen wir ganz und gar positive. Hin und wieder lockern Melodische Klänge das ganze Geballer doch angenehm auf.
Im Zelt ging es dann bei ATOMWINTER wieder mit Deathmetal der alten Schule deutlich aggressiver Desaster 1zur Sache. Die Göttinger brauchten nicht lange um das Publikum auf ihrer Seite zu ziehen. Wieder mal eine klasse Band auf der vermeintlichen "Nebenbühne"!
DESASTER, waren dann wieder ganz Martins Baustelle, roher, dreckiger und wütender Thrash/Black-Metal. Ungehobelt bolzten die Koblenzer, auch wenn da nicht mehr alle da beheimatet sind, ihr Set runter. Man sah den Jungs die Spielfreude förmlich an!
Die Spannung steigt! POSSESSED ihres Zeichens gerne als Erfinder des Death-Metals bezeichnet, spielen zum ersten mal in Schlotheim. Schon beim Betreten der Bühne gibt es tosenden Applaus. Das letzte Original Mitglied Jeff Becerra, der seit einer Schussverletzung vor 17 Jahren im Rollstuhl sitzt, hat Gesungen oder besser gesagt sich die Seele aus dem Leib geschriehen, als ob es um sein Leben ging. Super Tight und perfekter Sound machten das Spektakel zu unserem dem Highlight an diesem Wochenende. Auch wenn wir natürlich vor allem die alten Klassiker abgefeiert haben, so konnten doch auch die neuen Songs überzeugen. Man darf gespannt sein auf das kommende Album!
Possessed 2
Wieder einmal war nun ein kleiner Sprint zur Zeltbühne nötig. HUMILIATION, die Todeswalze aus Malysia legte los. Ein grandioser Abschluss für das Liveprogramm im Partyzelt! Mit Könnnen und großer Spielfreude grooften sich die Asiaten durch das Set. Fans von Bolt Thrower und Co. dürften hier besonders ihre Freude gehabt haben.
Nachdem vor vier Wochen MORBID ANGEL abgesagt hatten, also nicht nur beim PartySan, sondern bei allen Europäischen Festivals, war guter Rat Teuer. Wo in der Kürze einen angemessenen Ersatz finden?
In diesem Fall sprangen TRIPTYKON ein, es wurde viel gemurmelt ob das ein würdiger Ersatz wäre!
Das Thomas Gabriel Fischer, ein Rundum Programm Spielen würde, aus allem was er erschaffen hat, konnte ja niemand ahnen. So wurde das Festival zum Abschluss nicht nur mit TRIPTYKON Songs sondern auch mit diversen Klassikern von Hellhammer und Celtic Frost beendet! Daumen hoch…!
Wir freuen uns schon auf 2018, wenn es wieder heißt „Hell Is Here“!
 
Auf dem Party-San feierten,
 
Martin Brumley und Christian Voß
 
Vielen Dank an Thorsten Fiolka für die Bereitstellung der super Fotos!
Weitere Fotos von Thorsten findet ihr hier.
 

 Crowd 1

 

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