„Die Serengeti ist eine baumarme Savanne, welche sich vom Norden Tansanias, östlich des Victoriasees, bis in den Süden Kenias erstreckt und eine Fläche von etwa 30.000 Quadratkilometer bedeckt.“ - FALSCH! Am 22. und 23. Juli steckt hinter der Bezeichnung Serengeti etwas anderes. Ausgelassene Stimmung, Bier, Bands und abwechslungsreiches Wetter. Und wer sich in der Szene auskennt, der weiß das diese Begrifflichkeiten nur eins bedeuten können: Festival.
Eigentlich war das Serengeti Festival 2011 von Anfang an fest in meinem Terminkalender eingetragen. Aber wie das Leben so spielt, musste ich mir einen Zeh brechen wodurch das gesamte Festival auf der Kippe stand. Jedoch nicht mit mir!
So fuhr ich nur oder doch eher „immerhin“ Samstag gen Schloss Holte Stukenbrock.
Richtige Entscheidung. Der Parkplatz liegt nur einen Steinwurf vom eigentlichen Festivalgelände entfernt. Direkt daneben grenzt das Campinggelände und schon jetzt erhält das Serengeti Festival die Trophäe für „Das Festival der kurzen Wege 2011“.
So soll es sein. Genau die Richtige Entfernung um zwischen zwei Bands noch mal den Grill anzuschmeißen. Aber die Rechnung hab ich ohne Timetable gemacht. Denn gerade einmal 30 min vergehen zwischen den einzelnen Bands zwecks Umbaus.
Klasse Zeit in der man sich definitiv nicht die Beine in den Bauch steht.
Erste Bands des Tages sind Adept. Vorher ein unbeschriebenes Blatt bleibt die post hardcore Band aus Schweden wirklich gut in Erinnerung. Nicht nur der brachiale Sound sondern auch die starke Performance der Band kann sich sehen lassen. Ein Breakdown jagt den Anderen und zwischendurch schöne harmonische Gitarrenriffs. Die Band trifft genau meinen Geschmack und nicht nur meinen. Schön wie viele Leute schon um gerade mal 14 Uhr vor der Bühne stehen.
Während Mad SIn nutze ich die Zeit und bestaune die weißen Löwen und Tiger im direkt gegenüberliegenden Serengeti Park. Denn die Veranstalter haben sich nicht Lumpen lassen und bieten einen vergünstigten Einlass für Festivalbesucher. Klasse Aktion und genau diese Kombination aus Festival und Tierpark macht das Festival besonders und einzigartig schön.
Pünktlich zu Boyshitscar steh ich dann wieder vor der Bühne. Solide Show der Alternativ Rock Band aus Los Angeles - mehr aber auch nicht. Vermutlich lässt mich der etwas magere Sound keinen Gefallen an der Band finden.
Erstes Highlight des Tages sind K.I.Z. Die Berliner Hip Hopper sind nicht ungewöhnlich für Festivals. So traten sie dieses Jahr auch schon beim Zwillingsfestival Rock am Ring/ Rock im Park auf. Die Band bekommt ziemlich viel Zuspruch und ist willkommene Abwechslung zwischen den ganzen metallastigen Bands. Leider bekomme ich nur die Hälfte von ihrer Show mit, da mein Interview mit Benji von Skindred ansteht.
Dies ist auch der Grund weshalb ich von Agnostic Front nur den Schluss mitbekomme.
Macht nix. Tolles Interview bekommen, mit ziemlich coolen Eindrücken von Benji.
Als nächstes stehen House Of Pain auf der Liste. Auch hier ist es wieder so, das ich kaum Zugang zu der Band finde und nur den letzten Song kenne. Mit Jump Aound erwacht dann auch das Publikum, dem es wohl ähnlich gehen musste.
Insgesamt ist das Festivalareal schön gemütlich gehalten. Nicht zu groß, faire Preise an den Gastrobuden und reichlich Sitzgelegenheiten. Persönlich hätten es hier und da mehr „Klüngelbuden“ also Verkaufsstände für Shirts, Piercings, Hüte, Sonnenbrillen etc. sein können, um das Festivalgelände etwas attraktiver zu gestalten. Aber zum Glück ist das nur eine persönliche Meinung =)
Um Punkt 20.45 steht dann die Band des Festivals auf der Bühne. Im letzen Jahr direkt nach ihrer Show erneut für 2011 gebucht, die Timetable hochgeklettert und mit neuem Album im Gepäck startet mit Stand for Something die Show von Skindred. Unfassbar wie voll es vor der Bühne ist. Im ersten Moment habe ich das Gefühl, dass sich die Band etwas schwerer als noch vor zwei Wochen auf dem Reload Festival tut, um das Publikum in ihren Bann zu bekommen. Der Eindruck täuscht, denn mit dem zweiten Song Ratrace beginnt die Band und vor allem Benji in Fahrt zu kommen. Ein begnadeter Frontman durch und durch, der absolut weiß wie er das Publikum packen muss. Das Skindred eine absolute live Band sind unterstreicht Benji ebenfalls in unserem Interview mit ihm. Schönes Highlight ist der Robotdance, den die Band mit dem gesamten Publikum macht. Von Union Black wurden die gewohnten drei Songs, Doom Riff, die neue Single Cut Dem und Warning gespielt.
Nach einer halben Stunde Umbaupause betreten dann Bullet For My Valentine die Bühne.
Enorm was die Jungs an Equipment auffahren. Mehr Poser als Musiker?
Schwierig zu sagen, aber zumindest der Gesang von Matt gibt derbe Abzüge in der B-Note. Musikalisch rocken die Jungs ein Metalcore Riff nach dem Anderen, allerdings singt Matt so angestrengt, das es wirklich schade um die tolle Musik ist. Trotzdem ist der Andrang vor der Bühne enorm und die ersten Songs Your Betrail, Pleasure and Pain, Waking The Demon und The Last Fight werden fast in einer Tour durchgeballert.
Schade, dass sich die Band in die falsche Richtung entwickelt hat, auch wenn sie für viele Teenies die Metalband schlechthin ist.
Alles in Allem muss man den Veranstaltern ein dickes Lob aussprechen, denn nicht nur mit dem erfolgreichen Booking von Skindred, Bullet For My Valentine, Bad Religion etc. haben sie ein glückliches Händchen bewiesen, sondern auch mit der Umdisponierung des Festivalgeländes direkt gegenüber des Serengeti Parks.
Wir sind gespannt auf 2012 und wünschen viel Erfolg bei der Planung.
Kommentare
Alle Kommentare dieses Beitrages als RSS-Feed.